Friesenkönig Radbod

Radbod (auch Ratbod, Redbad) war ein König der Friesen (679 bis 719). Er herrschte Ende des 7. Jahrhunderts und Anfang des 8. Jahrhunderts über ganz Friesland, von Belgien bis zur Weser. Friesenkönig Radbod wurde um 689 vom fränkischen Hausmeier Pippin dem Mittleren bei Dorestad besiegt und verlor Westfriesland an das Fränkische Reich, gewann es während der Herrschaft Chilperichs II. aber wieder zurück und drang 716 bis Köln vor. Radbod verheiratete seine Tochter Theudesinda mit Pippins Sohn Grimoald dem Jüngeren.

In diese Zeit fielen auch die Missionierungsbemühungen des Heiligen Bischofs Willibrord (658 - 739). Die Friesen widersetzten sich ihnen, weil sie darin nur ein Mittel zur Unterwerfung ins Fränkische Reich sahen. Die Friesen wollten auch nach König Radbods Tod vom Christentum, das der „Frankenknecht“ Bonifacius verbreiten wollte, nichts wissen. Sie töteten Bonifatius, der nach seinem Märtyrertod nach Utrecht gebracht wurde.

In der ostfriesischen Folklore ranken sich viele Sagen und Erzählungen um diesen König. Eine der bekanntesten dürfte wohl die an die Kyffhäuser-Sage erinnernde Geschichte sein, nach der Radbod unter dem Radbodsberg bei Dunum (bei Esens) oder unter dem Plytenberg bei Leer/Ostfriesland, einer prähistorischen Grabstätte, begraben liegen soll - er wird von den Erdmantjes bewacht und wartet darauf, bei großer Not gerufen zu werden, um den Friesen zu Hilfe zu kommen.

Eine literarische Erwähnung Radbods findet sich in Wagners Oper „Lohengrin“. Eine Zeche „Radbod“ befand sich als Steinkohlen-Bergwerk in Bockum-Hövel, das von 1905 bis 1990 in Betrieb war.

 

Der Radbodsberg

Sichtbare Zeichen der Bronzezeit sind die Hügelgräber. Während man bis zur mittleren Bronzezeit zumeist Körperbestattungen vornahm, waren in der jüngeren Bronzezeit Urnengräber üblich. Rings um Esens gab es einst hunderte bronzezeitlicher Hügelgräber, die jedoch infolge der intensiven Bodenbewirtschaftung bis auf wenige verschwunden sind.

Als einer der wenigen Hügel ist das angebliche Grab des Friesenkönigs Radbod, der "Radbodsberg" bei Dunum (ca. acht Kilometer südlich von Esens), erhalten geblieben.
Einen Radbodsberg soll es auch auf Helgoland gegeben haben, ebenso auf der inzwischen längst untergegangenen Insel Bant.